Dominique Köhler
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Detmold/Lemgo, 8. Februar 2010. Das Werkstoffprüflabor der Hochschule OWL in Lemgo hat seine Analysemethoden für Oberflächen erweitert. Dazu wurde mit finanzieller Unterstützung von Weidmüller und der Stiftung Standortsicherung des Kreises Lippe ein neues Glimmentladungsspektrometer angeschafft. Das Spektrometer ermittelt sehr genau die chemische Zusammensetzung von Oberflächen. Damit erweitert die Hochschule das Serviceangebot im Bereich der Oberflächenanalytik für Unternehmen in der Region und bietet ein attraktives Forschungsfeld für die Studenten. In einer kleinen Feierstunde wurde das Analysegerät am Montag (8. Februar) im Beisein der Sponsoren offiziell übergeben.
„Unsere Produkte müssen im eisigen Alaska ebenso zuverlässig arbeiten wie in der salzhaltigen Luft auf einer Bohrinsel oder im heißen Wüstenklima. Damit diese Qualität auch über Jahrzehnte gewährleistet ist, forschen wir stetig an Materialien, deren Zusammensetzung und Oberflächen. Die Analyseergebnisse des Spektrometers nutzen wir, um die Stromleitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit und mechanische Belastbarkeit der eingesetzten Materialien zu verbessern“, begründete Ralf Hoppe, Geschäftsführer Weidmüller Interface, das Interesse an einer Kooperation mit den Werkstoffprüfern der Hochschule.
Die Analyse von Oberflächenschichten, Randzonen sowie Zwischenschichten gewinne zunehmend an Bedeutung, weiß auch Prof. Dr. Andreas Niegel, Leiter des Werkstoffprüflabors. Mit dem Glimmentladungsspektrometer (GDOES - Glow Discharge Optical Emissions Spectroscopy) können nun Schichtdicken und Schichtzusammensetzungen bestimmt werden. Niegel: „Das GDOES ist ein eindrucksvolles analytisches Werkzeug für die Materialanalyse und Tiefenprofilanalyse in nur einem Gerät. Alle Elemente des Periodensystems können ermittelt werden. Das Gerät ist in unserem Labor eine sinnvolle Ergänzung zu dem vorhandenen Rasterelektronenmikroskop.“
Bei Weidmüller sieht man die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule auch als einen Beitrag zur Standortsicherung. Die Werkstoff- und Oberflächentechnologie ist eine der Kernkompetenzen bei Weidmüller, die in Detmold gebündelt ist. „Kernkompetenzen muss man immer wieder weiterentwickeln. Dazu nutzen wir intensiv den Wissensfluss zwischen der Hochschule und dem Unternehmen“, erklärt Ralf Hoppe. So arbeiten das Werkstoffprüflabor und Weidmüller bei der Werkstoffanwendung, -auswahl und -prüfung seit zwei Jahren eng zusammen. Die Kooperation wird nicht nur durch gegenseitige Unterstützung bei Forschungs- und Entwicklungsaufgaben verwirklicht, darüber hinaus übernahm Weidmüller bereits im vergangenen Jahr die Finanzierung eines wissenschaftlichen Mitarbeiters im Prüflabor.
Prof. Tilmann Fischer, der Präsident der Hochschule OWL, sieht die Hochschule mit der Anschaffung weiter auf einem guten Forschungsweg. Weiterhin sei es eine Bestätigung des Forschungsschwerpunktes „Innovative Werkstoffe“. Dieser neue Forschungsschwerpunkt, zu dem, neben dem Werkstoffprüflabor, auch die Labore für Feinsystemtechnik (Prof. Dr. Jian Song) und Kunststofftechnik (Prof. Dr. Christoph Barth) gehören, erfahre mit dem Glimmentladungsspektrometer „eine außergewöhnliche apparative Bereicherung“. Das physikalisch-analytische Großgerät ist derzeit das einzige Gerät dieser Art im ostwestfälisch-lippischen Raum und bietet für Forscher ein attraktives Betätigungsfeld. „Für unsere Studierenden ist es besonders wichtig, an Hightech-Geräten wie dem Spektrometer arbeiten zu können, um sich bestens auf die berufliche Praxis vorzubereiten“, ergänzt Prof. Niegel.